Wilfried Erbguth, Sabine Schlacke
Umweltrecht


In der juristischen Grundausbildung wird das Umweltrecht von vielen Studierenden leider vernachlässigt und doch gehört es in Teilen zum Pflichtfachstoff im ersten Examen. Das Werk von Erbguth und Schlacke führt in diesen Bereich des Umweltrechts (Basiswissen und Pflichtfachstoff) ein, deckt aber auch Wissen für die Schwerpunktbereichsprüfung ab.
Die Autoren schaffen es, die wichtigsten Bereiche so detailliert darzustellen, dass einerseits nicht zu weit in die Materie eingetaucht wird und andererseits der Blick auf das Wesentliche nicht durch einen nur zu groben Überblick über die Probleme versperrt wird. Die perfekte Mischung!
Behandelt wird das Allgemeine Umweltrecht (Grundbegriffe und –prinzipien, Umweltverfassungsrecht, Instrumente des Umweltrechts, Rechtsschutz, Umwelteuroparecht, Umweltvölkerrecht) und das Besondere Umweltrecht (Immissionsschutzrecht, Naturschutz- und Landschaftspflegerecht, Gewässerschutzrecht, Kreislauf- und Abfallrecht, Bodenschutz und Altlastenrecht, Gentechnikrecht, Meeresumweltrecht zum Schutz von Nord- und Ostsee, und Klimaschutzrecht). Jedes Kapitel schließt mit Wiederholungs- und Verständnisfragen ab, deren Antworten man sich unter den angegebenen Randnummern heraussuchen kann. Diese Vorgehensweise macht das Buch sehr studierendenfreundlich, denn nur wer wiederholt, lernt!
Der Text ist flüssig zu lesen und gut verständlich. Die relevanten Schlagwörter sind fettgedruckt, sodass man auch beim Überfliegen und schnellen Suchen schnell relevante Informationen findet. Besonders hilfreich sind auch die Prüfungsschemata, die in die Kapitel eingearbeitet sind. So kann man sich zum Beispiel schnell alle relevanten und zu bedenkenden Prüfungsschritte bei der Prüfung der Rechtmäßigkeit einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung gem. §§ 4, 6 BImSchG merken.
In den Fallprüfungen des Umweltrechts werden jedoch meist nur Fragen des Kapitels Immissionsschutzrecht abgefragt, weswegen das Buch mit seinen 449 Seiten vielleicht etwas zu dick erscheinen mag. Für Studierende die sich für diese Materie interessieren ist es jedoch uneingeschränkt zu empfehlen. Die gilt besonders für Studierende des Schwerpunktes, dessen Lehrpläne zumeist auch die übrigen besonderen Teile neben dem des Immissionsschutzrechts umfassen. Mit einem Preis von 22,- Euro ist es auch noch im Rahmen des Erschwinglichen für den Geldbeutel eines Studierenden.

☆★★★★

Irmgard Gleußner
Zivilprozessrecht; Juriq Erfolgstraining

Das Zivilprozessrecht wird von vielen Studierenden gerne übersehen. Zu Beginn des Studiums geht es im Zivilrecht ausschließlich um das materielle Recht und auch im Examen gibt es keine reine Zivilprozessrechtsklausur. Nichtdestotrotz stellt das Zivilprozessrecht Pfichtfachstoff im ersten Examen dar und muss beherrscht werden. Die meisten Lehrbücher, die sich mit dem Zivilprozessrecht beschäftigen, schaffen es jedoch nicht, die Materie so zu vermitteln, dass sie für die Studierenden nicht überladen und trocken wirkt.
Mit dem Werk von Irmgard Gleußner aus der Reihe Juriq Erfolgstraining ist dies jedoch gelungen. Anhand eines für die fortgeschrittenen Studierenden bekannten Falles leitet die Autorin gekonnt in das Zivilprozessrecht ein und schafft es den Leser nicht schon am Anfang zu verschrecken.
Der Leser wird nach einer kurzen Einführung mit den Konzepten gütlicher Streitbeilegung bekannt gemacht und lernt die Verfahrensgrundsätze (häufig schon aus der Vorlesung Strafverfahrensrecht und Verwaltungsprozessrecht bekannt und somit eine gute Möglichkeit der Wiederholung) kennen. Auch der weitere examensrelevante Pflichtfachstoff wird dargestellt (Prozessvoraussetzungen, Arten und Wirkungen von Klagen und gerichtlichen Entscheidungen, Prozessvergleich, vorläufiger Rechtsschutz; Arten und Rechtsbehelfe der Zwangsvollstreckung).
Durch diverse Prüfungsschemata, Wiederholungsfragen und dem Online-Wissenscheck ist die Materie sehr studentenfreundlich aufbereitet. Das Buch ist gut strukturiert und damit wunderbar zu überblicken. Das Wissen wird auf sehr anschauliche Weise vermittelt und durch Klausurtipps und weitere Hinweise weiß der Studierende, wo er seinen Fokus setzen sollte. Mit einer Seitenzahl von 195 erschlägt es auch den Studierenden nicht, der seinen Fokus auf ein anderes Rechtsgebiet legt und sich dennoch gut auf das Zivilprozessrecht vorbereiten will.
Fazit: Mit dem Kauf dieses Buches ist jeder Student, der den Pflichtfachstoff Zivilprozessrecht schnell aufbereiten will gut beraten!

½★★★★

Walter Bachem, Dieter Hamblock
Wörterbuch Recht (Deutsch-Englisch / Englisch-Deutsch)

Die Zeiten, in denen Rechtsabsolventen beruflich und auch sprachlich an den Staatsgrenzen ihres Heimatlandes Halt gemacht haben, sind endgültig gezählt. Die Globalisierung im Allgemeinen und speziell die europäische Rechtsentwicklung mit ihrer zunehmenden Anzahl von unmittelbar geltenden Verordnungen, die in allen Mitgliedsstaaten mit gleichem Wortlaut verbindlich sind, führt zu einer zunehmenden Internationalisierung des juristischen Berufes. Die englische Sprache ist auch hier deutlich auf dem Vormarsch. Umso wichtiger ist es, sich adäquat und präzise durch den korrekten Gebrauch von juristischen Fachtermini in dieser Sprache ausdrücken zu können. Umso erstaunlicher ist, dass die Fachwörterbücher auf dem Markt bisher noch rar gesät sind.

Auch die Fachsprache unterliegt einer kontinuierlichen Fortbildung, was dazu führt, dass das vorliegende Werk in der nunmehr dritten, vollständig durchgesehenen und aktualisierten Auflage erschienen ist. Hierbei sind auch zahlreiche Neologismen aufgenommen worden, was der jüngsten Entwicklung und dem stetigen Wachstum des Fachwortschatzes geschuldet ist.

Der inhaltliche Aufbau ist üblich für ein Wörterbuch – insoweit gibt es keine Überraschungen. In zwei Teilen wird zunächst der Deutsch-Englische, danach der Englisch-Deutsche Übersetzungsteil dargestellt. Jeder, der schon mal mit einem „allgemeinen“ Wörterbuch gearbeitet hat, wird sich schnell in diesem Fachwörterbuch zurechtfinden. Die Suchbegriffe sind fettgedruckt, etwaige Erklärungen finden sich ggf. kursiv in Klammern gedruckt. Besonders positiv fällt auf, dass sich bei schwierigen oder „unalltäglichen“ englischen Begriffen auch eine kurze deutsche Erklärung wiederfindet (Beispiel: third-party intervention (Zivilprozess) Nebenintervention).

In einem Anhang werden zunächst englische sowie deutsche Abkürzungen erklärt und in die jeweilige Zielsprache übersetzt (Beispiel: B/B: both-to-blame beiderseitiges Verschulden; TÜV: Technischer Überwachungsverein industrial and automotive safety association). Zuletzt werden in mehreren Schaubildern sowohl der englische als auch der US-amerikanische Gerichtsaufbau dargestellt.
In einem kleinen, eigeninitiierten „Praxistest“ fanden sich 47 von 50 zufällig aus einem Aufsatz einer juristischen Fachzeitschrift ausgewählte Fachtermini im vorliegenden Werk wieder (94 %). Einziges Manko: Der im Anhang befindliche Abkürzungsteil ist etwas dünn, was allerdings hier nicht allzu sehr ins Gewicht fallen soll.

Mit 34,- € ist das Werk nicht unbedingt erschwinglich. Für diejenigen, die verstärkt in Studium und Praxis mit der englischen Rechtssprache zu tun haben, lohnt sich der Kauf in jedem Fall. Da es auf dem Markt momentan nur sehr wenige Fachlexika gibt, könnte sich das Werk schnell zum Standard etablieren. Herausgeber und Verlag täten gut daran, den Umfang verstärkt durch Aufnahme weiterer auch wichtiger Rechtsgebiete (z.B. Marken-, Urheber-, Medienrecht) wachsen zu lassen und das Abkürzungsverzeichnis zu erweitern.

☆★★★★

Reinhard Bork
Allgemeiner Teil des Bürgerlichen Gesetzbuchs


Leider können nicht alle Studierenden unserer Fakultät in den Genuss kommen, die Vorlesung BGB AT bei Prof. Bork zu hören. Dies ist schade, jedoch durch das Lesen dieses hervorragenden Werkes zum allgemeinen Teil des Bürgerlichen Gesetzbuches auszugleichen.

Das Werk ist sehr umfassend und eignet sich deswegen nicht nur, um Basiswissen zu erlangen, sondern auch dieses zu vertiefen. Prof. Bork schreibt wie er in den Vorlesungen spricht: klar und verständlich, ohne dass dies das hohe Niveau senkt. Hierdurch ist es dem Studierenden möglich, dem Gedankengang gut zu folgen. Auf 767 Seiten werden alle relevanten Probleme des allgemeinen Teils behandelt. Prof. Bork beschränkt sich dabei nicht darauf, diese darzustellen, sondern zeigt auch deutlich auf, welche Meinung seines Erachtens zu verfolgen ist und warum. Selbst bei schwierigen Problemen schafft er es dabei diese studierendennah zu vermitteln.

Wer dieses Buch durchgearbeitet hat, ist sicherlich sowohl auf die erste Prüfung im Zivilrecht als auch auf etwaige Probleme im Staatsexamen herausragend vorbereitet. Natürlich ist es mit einer Seitenzahl von über 700 nicht innerhalb von einer Woche durchzulesen, was so manchen Studierenden abschrecken mag, da ein Skript bekanntlich viel kürzer ist. Jedoch ist es trotzdem uneingeschränkt zu empfehlen und meiner Meinung nach sowohl jedem Skript, als auch jedem anderen Lehrbuch vorzuziehen. Denn Bork schafft es wie kein anderer ein fachlich hochkarätiges Lehrbuch zu schreiben, und dabei den Boden der Tatsachen nicht zu vergessen.

Mit der nunmehr erschienenen 3. Auflage wurden sowohl neue Quellen aus Rechtsprechung und Literatur eingearbeitet. Weitere Änderungen erfolgten durch die Änderungen der europarechtlichen Grundlagen (Vertrag von Lissabon), die Rom-I-VO und die Verbraucherkreditrichtlinie. Zudem wurde die Novellierung des Versicherungsvertragsgesetzes berücksichtigt. Auch die relevanten Besonderheiten zum Recht des Verbraucherschutzes finden Beachtung.

Insgesamt ist dieses Werk sowohl Erstsemestern als auch fortgeschrittenen Juristen völlig uneingeschränkt zu empfehlen. Lediglich der Preis ist mit 99,- EUR im Vergleich zu anderen Lehrbüchern sehr hoch. Wer aber in der Lage ist, diesen Betrag aufzubringen, wird dies sicher nicht bereuen. Absolute Kaufempfehlung!

★★★★★

Christian Tomuschat
Völkerrecht (Textsammlung)


Für Studierende des Schwerpunktbereiches X – Europa- und Völkerrecht stellt diese Textsammlung aus der Reihe der „Nomos Gesetze“ eine ideale Sammlung zum Völkerrecht dar.
Mit der Textsammlung wurde laut Herrn Tomuschat versucht „nicht nur Verträge wiederzugeben, sondern […] auch andere Texte heranzuziehen, die in der heutigen Wirklichkeit der internationalen Beziehungen für die juristische Argumentation von ähnlicher Bedeutung sind.“ Dieses Ansinnen ist wunderbar gelungen.

Das Werk umfasst u.a. Texte zu Internationalen Organisationen, Grundprinzipien der Völkerrechtsordnung, den Menschenrechten, dem internationalen See-, Luft- und Weltraumrecht, dem Umweltrecht, dem internationalen Wirtschaftsrecht, dem Kriegsrecht, dem internationalen Strafrecht sowie Gesetze zum Rechtsstatus Deutschlands.

Um die Sammlung den neueren Entwicklungen auf dem Gebiet des Völkerrechts anzupassen, erscheint sie inzwischen schon in 4. Auflage. Dabei fanden nun u. a. wesentliche Passagen der Gipfeldeklaration der UN-Generalversammlung vom 16. September 2005, die Entwurfsartikel der UN-Völkerrechtskommission zum diplomatischen Schutz sowie wesentliche Teile des Protokolls Nr. 13 zur Europäischen Menschenrechtskonvention über das vollständige Verbot der Todesstrafe, des Abkommens über die Internationale Zivilluftfahrt sowie des Europäischen Anti-Folter-Übereinkommens von 1987 Berücksichtigung.
Mit einem Umfang von knapp 600 Seiten lässt sich das Buch auch noch gut bewegen, ohne dass der Studierende einen Rückenschaden fürchten muss. Mit einem Preis von 16, 90 EUR ist diese Textsammlung zudem erschwinglich. Sie ist deswegen jedem Studenten des Schwerpunktes Europa- und Völkerrecht wärmstens zu empfehlen.

☆★★★★

Christian Hillgruber, Christoph Goos
Verfassungsprozessrecht


Das Buch „Verfassungsprozessrecht“ von Hillgruber/Goos in seiner mittlerweile 3. Auflage stellt anschaulich die besonders examensrelevanten verfassungsgerichtlichen Verfahrensarten dar. Was das Buch auszeichnet, ist die Darstellung des abstrakten Wissens in solch einer Weise, dass dem Leser nicht langweilig wird.

Die Sprache ist ansprechend und es werden u.a. folgende Verfahren tiefgründig und kritisch durchleuchtet: Verfassungsbeschwerde, Organstreitverfahren, Bund-Länder-Streitverfahren, abstrakte und konkrete Normenkontrolle und einstweilige Anordnung.

Die Schreibweise der Autoren ermöglicht es, die komplexen Zusammenhänge nachzuvollziehen. Zudem wird die Bedeutung des Bundesverfassungsgerichts intensiv ausgeführt. Das Buch wird durch gutachterlich gelöste Beispielsfälle und aktuelle Rechtsprechungshinweise abgerundet.

Insgesamt ist das Buch nicht nur für Examenskandidaten geeignet, sondern bietet auch Neueinsteigern einen guten Einstieg.
Es ist auf jeden Fall zu empfehlen. Man sollte sich nicht scheuen, 24,95 € dafür auszugeben! Es lohnt sich!

☆★★★★