Artikel in der Kategorie 'In eigener Sache'

Wenn ein Unternehmen Finanzmittel braucht, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder durch Emitierung von (zusätzlichen) Aktien oder durch Kreditaufnahme. Beides kostet auf lange Sicht natürlich Geld, denn die Aktieninhaber wollen Dividenden, der Kreditgeber Zinsen - da muss es doch einen besseren Weg geben. Und den gibt es:

Kostenloses Fremdkapital. Nun wird sich jeder, der ein wenig nachdenkt fragen, was treibt die Leute dazu, kostenlos ihr Geld zur Verfügung zu stellen, wo sie es doch beispielsweise bei der Bank auf einem Sparbuch mit immerhin 2% Zinsen anlegen könnten. Diese Frage ist berechtigt! Wenn ich nun noch behaupte, dass die Anleger sich über die Maßen freuen, wenn sie ihr angelegtes Geld unverzinst am Jahresende wiederbekommen und von einem “super Deal” sprechen, dann müssten Sie doch stutzig werden, oder?

Dieses Phänomen heißt bei uns im Norden E.on. Monat für Monat wird ein Abschlag gezahlt, der dann mit dem tatsächlichen Jahresverbrauch verglichen wird - die Differenz ist zu bezahlen oder wird zurückgezahlt. Nun rechnet E.on natürlich diese Abschläge so, dass sie etwas zurückbezahlen müssen; im Klartext heißt das, dass die Abschläge zu hoch angesetzt werden. Glaube Sie nicht? Ein Beispiel:

Aktuell bekam ich eine Nachforderung von 20 € für den letzten Abrechnungszeitraum. Dagegen spricht erstmal nichts, denn ich habe meinen Abschlag (den man übrigens selber bestimmen kann - einfach mal anrufen und ändern lassen!) relativ knapp bemessen. Mit diesem Schreiben teilte mit mein Energieversorger jedoch mit, dass mein Abschlag geändert werden würde - um 9 € pro Monat. Das entspricht (keine hohe Kunst) 108 € im Jahr, die ich mehr zahlen soll, wobei ich doch tatsächlich lediglich 20 € mehr verbraucht habe. Rechnen wir noch eine Preissteigerungsrate von 10% ein. Somit würde meine Nachzahlung nächstes Jahr also 22 € betragen. Nun hätte E.on kostenlos 86 € Fremdkapital in das Unternehmen gespült. Verzinst mit einem normalen Tagegeldsatz von z.B. 4,5 %, wie er von cortal Consors z.B. schon für Privatkunden angeboten wird, ergibt das 3,87 €.

Jetzt werden sich viele fragen, was ihnen die 3,87 € im Jahr mehr bringen, angesichts des Aufwands, den Abschlag durchzurechnen? Es ist doch toll, am Ende des Abrechnungszeitraums unerwartet Geld zurückzubekommen. Auf diese Frage setzen unsere Energieversorger ja gerade, denn haben Sie sich mal gefragt, wie viele Kunden E.on eigentlich hat, mit welchem Faktor Sie nun die 3,87 € multiplizieren müssen?

 
von MI am 11. April 2008 in Kategorie: In eigener Sache [tags: none]

Eigentlich ist dieses Thema leidig. Eigentlich wollte ich mich hiervor verschließen. Eigentlich muss man nicht alles kommentieren. Eigentlich… Ich habe mich umentschieden, als ich den Beitrag von Prof. Merkel bei ZEIT online las. Allein der Anfang ist schwer zu verdauen, denn so steht im ersten Satz bereits:

Der Zank um den Staatsrechtler Horst Dreier ist erbärmlich. (…)

Hoppla, da wird ja schön von oben herab auf den Rest der Welt geschaut. Zugegeben, dass man als Professor (zudem für Strafrecht) ein gesundes Ego benötigt, ist klar: Nirgendwo wird mit so harten Bandagen um die Meinungen gekämpft, wie in diesem Ressort. Trotzdem ist dieser Ton vielleicht eher etwas für eine juristische Fachzeitschrift als für eine Tageszeitung. Egal, die Formalitäten sollen nicht stören, denn es kommt ja auf den Inhalt an. Vollständigen Artikel lesen »

 
von MI am 9. April 2008 in Kategorie: Hamburgensien, In eigener Sache, Studium [tags: none]

Zu dem vorherigen Artikel: Quelle ist der Stern, nicht der Spiegel.

Der Verweis auf Art. 2 GG ist natürlich nicht 1:1 umsetzbar, allerdings geht es um eine Verletzung der Intimsphere - vergleichbar, aber natürlich nicht identisch.

Man sollte manchmal mehr denken, bevor man schreibt - mea culpa!

 
von MI am 26. März 2008 in Kategorie: In eigener Sache [tags: none]

Neulich in einen Seminarraum lagen auf den Tischen 4 (VIER!) unterschiedliche Flugblätter. Zum einen vom Boykott, von Harte Zeiten, von der FSRK und noch einer, an dessen Urheber wir uns hier nicht mehr erinnern können oder wollen.

Die (in Hamburg ja längst abgeschaffte) FSRK ließ nun vermittels ihres Schriebs folgendes Verlauten:

Solidaritätsadresse an die streikenden Lokführer

(…) eurem Streik gilt unsere volle Unterstützung. Höhere Löhne und gute Arbeitsbedingungen sind kein Partialinteresse, sondern für alle sowohl erforderlich als auch möglich. Nicht zuletzt sind solche Verbesserungen für Euch auch ein Beitrag zur Sicherheit des Bahnverkehrs, die für alle sinnvoll ist.(…)

dann kommt ein Schwall hinsichtlich der Privatisierung der Bahn und der Wichtigkeit der öffentlichen Angelegenheiten, den wir jetzt partou nicht wiedergeben möchte.

(…)Mit unserem Engagement gegen die Studiengebühren, die wir auch in diesem Semester wieder boykottieren, wenden wir uns ebenfalls gegen die Privatisierung einer öffentlichen Angelegenheit - in diesem Fall der Bildung und Wissenschaft. Insofern sehen wir uns Euch eng verbunden. (…)

Das ist das erste Mal, dass wir Mitleid für die GDL empfinden - sich derart ungefragt auf die Schulter klopfen lassen zu müssen ist wirklich kein Geschenk, zeigt es doch mal wieder, dass man nichts selbständig unternehmen kann, ohne dass vielleicht ein anderer sich diese Handlung zu Eigen macht.
Über den Sinn der Streik-Aktionen schweigen wir uns hier einmal aus - da möge sich jeder selbst einmal eine Meinung zu bilden. Es muss jedoch die Frage erlaubt sein, wie man es mit seinem ökologischen Gewissen vereinbaren kann, dass täglich mindestens ein neues Flugblatt (meinst ja sogar noch von unterschiedlichen Organisationen aber vom gleichen V.i.S.d.P) auf den Tischen der Mensa oder auf den Fußböden der Hörsäle auftaucht und das auch noch auf weißem Papier. Kann man sein grünes Gewissen derart belügen, oder heiligt der Zweck hier die Mittel? Eine Lösung wäre ja, das Geschriebene online zur Verfügung zu stellen, aber zumindest der Inhalt des hier zitierten ist nicht online zugängig… Vielleicht zum Glück!?

 
von MI am 4. Dezember 2007 in Kategorie: Hamburgensien, In eigener Sache, Fundsachen [tags: none]

Eine Kleine Anfrage der GAL-Abgeordneten Heike Opitz in der Hamburgischen Bürgerschaft hat eine Vergleichsstatistik der Examensergebnisse zwischen Studierenden der Bucerius Law School (BLS) und den Studierenden an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg hervorgebracht.
Das Justizprüfungsamt hat dem Senat eine schon lange geführte Vergleichsstatistik im Rahmen der Kleinen Anfrage zur Verfügung gestellt.

Die Ergebnisse lassen sich hier als PDF herunterladen. Die Zahlen möge dann jeder selbst interpretieren. Aber ganz offensichtlich ist auch die Law School nicht mehr ohne Durchfaller und Abbrecher (wenn man bedenkt, dass pro Jahrgang ca. 100 Leute anfangen, jedoch nur 78 (2005) bzw. 89 (2006) Examen machen). Dennoch sind die Prozentsätze der ausreichenden und mangelhaften Ergebnisse an der BLS deutlich niedriger als an der Universität.

Die öffentliche Diskussion ist damit eröffnet. Mal gucken, welches Potential sich hinter der Drucksache mit der simplen Nummer 18/7331 verbirgt.

 
von OJ am 20. November 2007 in Kategorie: Hamburgensien, In eigener Sache, (Rechts-)Politik, Studium [tags: none]

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von OJ am 16. Oktober 2007 in Kategorie: Hamburgensien, In eigener Sache, Studium [tags: none]

Es gibt wenige juristische Blawgs die ich vermissen würde.

Aber es fehlen mir in letzter Zeit vor allem das Arbeitsrechtsblog von RA Henning Wüst und das Strafblog von den RAen Pohlen und Meister. Ich würde mich freuen, von den beiden Blawgs wieder zu hören.

Ich denke, der Gemeinde von jurablogs.com würde es zum Großteil nicht anders gehen.

 
von OJ am 14. August 2007 in Kategorie: In eigener Sache, Kurznachrichten [tags: none]

Es ist vorbei: Das kleine Dorf Wacken in Schleswig-Holstein hat das größte Metal-Festival überstanden und hat bis zum nächsten wieder ein Jahr Ruhe. Auch der Ministerpräsident war wieder einmal vor Ort, und hat sich medientechnisch geschickt in Szene gesetzt, wie nTV eingefangen hat:
peter-harry.jpg
Es gäbe schon den einen oder anderen Hamburger Politiker, den ich gerne einmal so sehen würde… ;-)

 
von MI am 7. August 2007 in Kategorie: In eigener Sache, Humoriges [tags: none]

Wer kennt es nicht: Mitstudenten, die den einfachen Umgang miteinander nicht beherrschen? Ich habe mal vorgeschlagen, folgendes Seminar anzubieten:

Seminarankündigung

(Obacht: Satire ;-) )

 
von MI am 29. Juni 2007 in Kategorie: In eigener Sache, Humoriges [tags: none]

In letzter Zeit war hier etwas weniger los, da Mirko und ich noch viele andere Sachen nebenbei zu tun hatten. Damit der Blawg aber auch weiterhin mit Leben gefüllt wird, haben wir einen neuen Autor für unser Redaktionsteam gewinnen können: unterstützt werden wir ab sofort vom Finanzreferenten unseres Fachschaftsrates. Herzlich willkommen, Marco!

 
von OJ am 15. Juni 2007 in Kategorie: In eigener Sache [tags: none]