Die Kür der designierten Präsidentin der Universität Hamburg, der Stuttgarter Professorin für Luft- und Raumfahrttechnik Monika Auweter-Kurtz, könnte morgen ein großes Stück vorankommen. Nach Informationen aus der Universität tagt der Hochschulrat, der nach dem förmlichen Verfahren die Kandidatin wählt. Zur Frage, ob dies voraussichtlich bereits morgen geschehen wird, mag sich die Universität nicht äußern. Sie hatte vor einigen Tagen alle Beteiligten aufgefordert, der Öffentlichkeit keine Informationen mehr zur Wahl des zukünftigen Präsidenten oder der zukünftigen Präsidentin zu geben.
Da hatten sich nämlich einige nicht dran gehalten. Der traurige Hauptdarsteller der Posse wird dann im nächsten Absatz erwähnt.
Sollte der Hochschulrat - ein neunköpfiges Gremium, dessen Mitglieder von der Universität und dem Hamburger Senat bestimmt werden - die Stuttgarter Kandidatin wählen, so müßte im nächsten Schritt der Akademische Senat der Hochschule die Wahl bestätigen. Eines seiner Mitglieder, Bela Rogalla, kritisiert seit Wochen öffentlich, die Kandidatin Auweter-Kurtz mache Geschäfte mit Rüstungskonzernen und sei als Uni-Präsidentin ungeeignet. Die Physikerin forscht zu Brennkammern von Raketenantrieben und damit in einem Bereich, der sowohl wissenschaftlichen als auch militärischen Zwecken dienen kann.
Bela Rogalla, seines Zeichens exmatrikulierter Jura-Student und nun schon “längere Zeit Studierender” hat seit Wochen nichts besseres zu tun, als vertrauliche Unterlagen, die für die Mitglieder des Akademischen Senats bestimmt waren, diversen Redakteuren zuzuspielen. Die Verpassung des Spitznamens “Raketen-Moni” gehörte dabei noch zu den harmloseren Erscheinungen. Er ist wohl - ebenso wie seine Leidensgenossen - nie darüber hinweg gekommen, dass ein vernünftiger Student in die Präsidentenfindungskommission von der Mehrheit der Professoren gewählt wurde und die (teils extreme) Linke mal wieder nicht mitreden darf. Warum nur?
Gespannt darf man sein, wo der Hochschulrat dann morgen nicht-öffentlich tagt: als das letzte Mal eine kritische Entscheidung anstand, flüchtete man schnell in die Zentrale von Unilever, da ein Vorstandsmitglied dort Vertreter im Hochschulrat ist.
Quelle der Zitate: Hamburger Abendblatt