Archiv im Monat Mai 2007

Zum wiederholten Male sei es gesagt: Die VORLESUNG SACHENRECHT I (GRUNDSTRUKTUREN) fällt am kommenden Freitag, den 18. Mai 2007 aus, und zwar nicht wegen eines “Bridgedays“, sondern wegen einer Auslandsverpflichtung an der Universität Poznan, und wird an einem noch zu nennenden Termin nachgeholt.

Zum wiederholten Male bereiten die Einträge von Dr. Plate vom Schwarzen Brett Freude.

 
von OJ am 15. Mai 2007 in Kategorie: Hamburgensien, Fundsachen [tags: none]

Sehr stabile spezifische Fächerkulturen sind offensichtlich bestimmend für die Notenvergabe an deutschen Hochschulen. In zahlreichen Studiengängen wird das gesamte Notenspektrum, das für bestandene Prüfungen von „mit Auszeichnung“ bis „ausreichend“ reicht, zur Unterscheidung der Leistungen nur unvollständig ausgeschöpft. In einigen Fächern werden zudem auffallend gute Noten überwiegend aus dem oberen Bereich der Notenskala vergeben.

Das berichtet der Wissenschaftsrat. Das Thema ist nach wie vor aktuell. Das Fach mit der schlechtesten Durchschnittsnote ist übrigens die Rechtswissenschaft mit 3,17. Leider kann man auf den ersten Blick nicht ersehen, wie die - nur bei Juristen zusätzlich geschaffene Note “vollbefriedigend” - in die Wertung einbezogen wurde.

Pressemitteilung und Bericht (Drucks. 7769-07) auf der Seite des Wissenschaftsrats.

 
von OJ am 14. Mai 2007 in Kategorie: Hochschulrecht/-politik, Studium [tags: none]

Ein weiterer Beitrag aus der Reihe “Schön, dass das endlich mal entschieden wurde”:

Die Gewährung von Einstiegsgeld an einen hilfebedürftigen Langzeitarbeitslosen, der Zubehör zur Aufzucht und zum Anbau von Drogen auf selbstständiger Basis vertreiben will, ist rechtswidrig. Auf der Grundlage des § 29 SGB II könne eine Tätigkeit mit direktem Bezug zur Rauschmittelszene nicht gefördert werden. Dies hat das Sozialgericht Dortmund mit Urteil vom 28.03.2007 (Az.: S 22 AS 32/06) entschieden.

Gefunden bei Beck Online.

 
von OJ am 12. Mai 2007 in Kategorie: Fundsachen [tags: none]

In der Presse häufen sich in letzter Zeit Beiträge über einen “Maulkorberlass” der Hamburger Universitäts-Präsidentin Frau Auweter-Kurtz. Konkret soll sie den Angestellen und Professoren der Universität untersagt haben, sich in Zukunft gegenüber der Presse zu äußern und Anfragen der Presse zu beantworten. Primär seien Anfragen immer an die Pressestelle der Universität zu verweisen. Aufgrund dieser Ereignisse soll nun auch eine Lehrbeauftragte am Historischen Seminar ihren Job verloren haben, weil sie sich kritisch in der Sendung “Monitor” über die allgemeine Situation von Lehrbeauftragten geäußert hat (Auszug). Da nun auch Spiegel Online und die FAZ (am Donnerstag, den 10.5. in der Printausgabe) sich mit dem Thema beschäftigt haben, wird es einmal Zeit, zu den Presseberichten Stellung zu nehmen.

In dem Artikel von Spiegel Online wird deutlich, dass es um die Kommunikation innerhalb der Universität nicht zum Besten bestellt ist. Das kann man leider auch nur bestätigen. Sicherlich ist auch die externe Kommunikation in Form von professioneller Pressearbeit deutlich verbesserungswürdig (so trat z.B. der Präsident des Bundesverfassungsgerichts an der Universität auf, die Berichterstattung tendierte allerdings gegen Null). Aber was Frau Landfried (Politologin an der Uni Hamburg) in der FAZ veranstaltet und wie Spiegel Online mit dem Thema umgeht, ist nicht wirklich korrekt. Allen Medien wird empfohlen, doch vorerst das Original-Dokument der Präsidentin _richtig_ zu lesen.

Wenn die Universität also endlich hin zu einer professionellen Pressearbeit möchte, dann hat das Uni-Präsidium den richtigen Weg eingeschlagen. Es handelt sich weder um einen “Erlass”, noch um eine “Anweisung”. Vielmehr werden Begriffe wie “bitte” und “in der Regel” verwendet. Selbstverständlich sollen sich Forscher weiterhin zu ihrem Arbeitsbereich äußern können. Aber muss jeder daher gelaufene Hilfswissenschaftler Probleme der Uni mit dem elektronischen Studiensystem “StiNe” in der Presse kommentieren? Soll jeder Angestellte seine Privatmeinung über andere Probleme öffentlich machen, so dass es wie eine offizielle Stellungnahme der Universität aussieht?
In jedem halbwegs organisierten Betrieb läuft es doch ähnlich: wer sich kritisch gegen seinen Arbeitgeber in der Presse äußert, wird abgemahnt.

Hochschulen sind inzwischen wirtschaftliche Unternehen, denen aufgrund diverser Strukturmaßnahmen eine gewisse Professionalität abverlangt wird. Das bedeutet auch, dass nach außen ein einheitliches Auftreten erfolgen muss. Allerdings hat man das wohl bei Spiegel Online und am Politikwissenschaftlichen Institut von Frau Landfried noch nicht richtig verstanden.

Die oben angesprochene Lehrbeauftragte hat laut dem “Hamburg Journal” übrigens ihren Job verloren, weil sie sich bereits vor dem sog. Maulkorberlass mit dem Historischen Seminar überworfen hat. Bereits vor dem Beitrag im “Monitor” gab es ein gestörtes Vertrauensverhältnis. Informativ auch ein Beitrag des NDR-Magazins “ZAPP”.
Wieder einmal: journalistische Beiträge ohne Substanz auf der Suche nach dem nächsten Skandal. Der Presse zugespielt wurde dieser “Skandal” übrigens von einem altbekannten Langzeitstudenten, der nicht das erste Mal durch versuchte Störaktionen in der Presse aufgefallen ist.

 
von OJ am 12. Mai 2007 in Kategorie: Hamburgensien, Hochschulrecht/-politik, Studium [tags: none]

Die Diskussion um die Studienbedingungen an der Uni Hamburg ist in vollem Gange. Beachtlich, wenn eine Zeitung, die ansonsten nicht gerade durch Kritik am Hamburger Senat auffällt, einen Artikel schreibt, der die Politik kritisiert und die Situation an der Hamburger Uni treffend beschreibt. Dabei geht es vor allem um die Behandlung der “Altstudenten” auf Diplom und Magister, die gegenüber den neuen Studenten mit den Abschlüssen Bachelor und Master deutlich schlechter gestellt werden und auch von den gezahlten Studiengebühren nicht zwingend profitieren. Nun hat sich zwei Tage später der Hamburger Wissenschaftssenator Dräger, in letzter Zeit nicht immer kritikfrei, geäußert:

Dabei hat er erstmals öffentlich zugegeben, dass außerhalb des Bachelor-/Master-Systems keine Verbesserung der Betreuungsrelation durch Studiengebühren möglich ist. Aber gerade das war immer versprochen worden.

“ABENDBLATT: Wie bitte? Seit wann fordert das Bundesverfassungsgericht die Ungleichbehandlung von Studenten?

DRÄGER: Sie haben richtig gehört. Den Hochschulen ist es seit den Siebzigerjahren untersagt, “unzulässige Niveaupflege” zu betreiben. Investitionen in die Studienqualität dürfen nicht zulasten der Zulassung neuer Studenten gehen. Im alten Magister/Diplom-System waren uns aufgrund bundesweit vorgeschriebener Normwerte die Hände gebunden und Qualitätsverbesserungen unmöglich. Über Experimentierklauseln können wir nun Freiheiten nutzen und bessere Arbeitsbedingungen für die Bachelor/Master-Studenten schaffen.”

Es ist alles andere als unumstritten, ob das dagegen in den BA/MA-Studiengängen so einfach geht, wie der Senator sich das vorstellt. Denn Anwälte werden in Studienplatzklagen vor den Verwaltungsgerichten auch hier vertreten, dass zusätzliches Lehrpersonal die Kapazität erhöhen. Und wo die Juristen und Mediziner bleiben, die ja nur wenig BA/MA haben, ist auch nicht ganz klar.
Auch ansonsten wirkt das Interview mit dem Senator an einigen Stellen etwas einseitig weltfremd.

 
von OJ am 12. Mai 2007 in Kategorie: Hamburgensien, Hochschulrecht/-politik, Studium [tags: none]

Im neuen BetriebsBerater, der am kommenden Montag erscheint, hat der Baden-Würtemberger Justizminister Goll einen neuen Vorstoß zum umstrittenen “Stuttgarter Modell” gestartet. Er stelllt die Notwendigkeit der Ausbildungsreform im bereits jetzt frei verfügbaren Editorial dar. Dabei geht es um den - vielfach völlig zu Recht kritisierten - Systemwechsel im Rahmen der juristischen Ausbildung. Die Überschrift macht schon lange nicht mehr neugierig: “Bachelor und Master statt Staatsexamen und Referendariat”.

Die Kollegen von …jurabilis hatten bereits ausführlich berichtet. Auch ein eigenes Blog gegen die Ausbildungsreform wurde gestartet - mit inzw. 195 prominenten Unterstützern.

 
von OJ am 12. Mai 2007 in Kategorie: (Rechts-)Politik, Referendariat, Studium [tags: none]

Wenn man sucht, findet man also genügend Hinweise dafür, dass Adolf Hitler, so sonderbar es klingt, ein Mann des Widerstands und ein guter Mensch gewesen sein könnte, vorausgesetzt, man ist fest dazu entschlossen, diese Meinung zu vertreten, zum Beispiel, weil man, vielleicht als Ministerpräsident, Redner auf einer Gedenkveranstaltung für Adolf Hitler ist und weil man die Gefühle der Freunde und Angehörigen von Adolf Hitler, die in der ersten Reihe sitzen, auf keinen Fall verletzen will.

Harald Martenstein schreibt in der ZEIT vom 19. April.

 
von OJ am 5. Mai 2007 in Kategorie: Fundsachen [tags: none]