Was macht man, wenn man etwas, das man eigentlich bereits genehmigt hat, nun nicht mehr will? Nehmen wir das Kohlekraftwerk Moorburg doch mal als Beispiel:

Vattenfall ist bereits fleißig dabei, das Kraftwerk hochzuziehen, dann kam dem Senat die Wahl dazwischen, die ja bekanntlich in einem schwarz-grünen Bündnis endete. Nun ist die GAL ja nicht wirklich begeistert von diesem Kraftwerk, kann aber auch nicht einfach zu Vattenfall gehen und sagen: Lass das mal!

Was macht man? Die Lösung ist so genial wie simpel und steht in der online-Ausgabe der FTD:

Im Koalitionsvertrag planen CDU und Grüne, die Fernwärmeversorgung der Stadt neu auszuschreiben, die bisher Vattenfall betreibt.

Das soll die Lösung sein? Klingt unspektakulär und, mal ehrlich, fehlt da nicht irgendwie der Zusammenhang? Nein, denn Vattenfall hatte Moorburg so konzipiert, dass die Abwärme des Kraftwerks in die Fernwärme eingespeist wird. Wenn sie nun diese verlieren, dann müssen sie schauen, wo sie mit der Wärme bleiben. In die Elbe? Möglich, aber maximal darf diese um 3° aufgeheizt werden - wahrscheinlich ist jedoch ein wesentlich größerer Anstieg. Nun hofft man also, dass Vattenfall die Lust verliert und ohne Schadensersatzforderungen abzieht…

Winkeladvokatie im ganz großen Stil halt!

 
von MI am 18. April 2008 in Kategorie: Hamburgensien [tags: none]
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Bisher 3 Kommentare zum Artikel

  1. Kommentar von Bernhard

    Hatte ich letztens auch schon wo gelesen. Aber hier nocheinmal viel besser ausformuliert!

  2. Kommentar von abc

    @1 (RA Munziger): Wie bsw. die Frankfurter Rundschau heute schreibt, gibt es wohl schon alternative Investoren die Interesse angemeldet haben.

  3. Kommentar von RA Munzinger

    Ob da nicht die Rechnung ohne den Wirt gemacht wird ? Ohne Wärme spendendes Kraftwerk kann wohl kaum ein Fernwärmenetz betrieben werden. Wenn jetzt ein potenter Investor vergrault wird, stehen bestimmt schon 10 weitere Schlange, die Milliarden in ein Projekt invetieren werden, das auf einem Fundament von politischem Treibsand errichtet werden soll.

    Ich gehe im übrigen davon aus, dass ein basisdemokratischer Mitgliederentscheid bei den Grünen mit 50,7 : 49,3 gegen den Koalitionsvertrag ausfällt.

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