Da können Hamburger Studierende aber aufatmen: Laut Abendblatt hat der Hochschulrat das neue Finanzkonzept von Präsidentin Monika Auweter-Kurtz abgenickt. Befürchtungen, wonach die sog. Orchideenfächer gestrichen und Mittel für die “großen” Studiengänge gekürzt werden sollen, haben sich somit nicht bewarheitet.
Die Zukunft der Geisteswissenschaften an der Universität Hamburg ist gesichert: Weder müssen kleine Orchideenfächer dichtmachen, noch kommt es zum Abbau von Studienplätzen in dem großen Stil, wie ihn die Kommission des Ex-Bürgermeisters Klaus von Dohnanyi (SPD) 2003 empfahl. Das geht aus dem neuen Konzept zur internen Mittelverteilung hervor, das der Hochschulrat am Montag in erster Lesung behandelt hat.
Und wie geht es uns dabei?
Tatsächlich soll auch die Juristische Fakultät 516 Studienanfängerplätze pro Jahr im Portfolio haben, 96 mehr als in den Leitlinien vorgesehen. Auweter-Kurtz: “Die Ausstattung kann nahezu unverändert bleiben.”
Unverändert also… Schade, mehr Plätze ist ja nicht alles - aber diese Uni scheint nur noch um ihre Außenwirkung bemüht, während intern vieles den Bach runter geht…
Kommentar von Ria
1 1. Dezember 2008, 12:40 Uhr |
Diese Aussage ist ganz sicher falsch: Zum Beispiel befindet sich die Ägyptologie zur Zeit in einer Auslaufphase. Mit anderen Worten: Sie existiert noch und besitzt einen eigenen Etat - und dennoch wird sie nicht fortgeführt werden. Dies ist umso verwunderlicher, als die Vertreter des Faches als einzige eine Evaluierung ihres Faches angeboten haben, während sich sämtliche anderen Fächer der Fakultät wohlweislich um eine solche Evaluierung herumdrücken.
Fakt ist, daß die Ägyptologie Hamburg der letzte Studienstandort dieses Faches in Norddeutschland ist - kein Argument für die Universität!
Fakt ist, daß die Ägyptologie Hamburg internationalen Ruf genießt und Studenten und Dozenten aus aller Welt anlockt - kein Argument für die Universität!
Fakt ist, daß die Ägyptologie Hamburg fachintern international als Kompetenzzentrum angesehen wird - kein Argument für die Universität!
Fakt ist, daß die Ägyptologie Hamburg im Laufe der letzten Jahre Drittmittel in Millionenhöhe eingeworben hat - kein Argument für die Universität!
Machen wir uns nichts vor - diese Universität (und ihre Präsidentin) hat in keinster Weise Interesse daran, die Fächervielfalt aufrecht zu erhalten.