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Der AStA in der Presse (Sammel-Infothema)
21.04.2007, 12:46
Beitrag: #61
RE: Der AStA in der Presse (Sammel-Infothema)
http://www.abendblatt.de/daten/2007/04/16/724453.html

Zitat:Liberaler AStA geht in die zweite Amtszeit


[Bild: 63307v1.jpg]

Julia Trede (v. l.) und Christian Höft geben ihr Amt als AStA-Chefs an Hendrik Matenaar und Torsten Hönisch ab. Foto: HERNANDEZ

Vor einem Jahr hatten sie überraschend die Macht im AStA-Flur der Uni Hamburg übernommen. Jetzt geht es nach gewonnener Wahl für das breite Bündnis aus Jusos, Liberalen und Unabhängigen mit frischem Führungspersonal in die zweite Legislatur. Heute beginnt die Amtszeit des neuen AStA-Vorsitzenden Torsten Hönisch (26, Jusos). Er übernimmt die "Regierungsgeschäfte" von Christian Höft (27). Hönisch verspricht Kontinuität: "Ich freue mich, die bewährte Arbeit fortsetzen zu dürfen."

Für frühere AStA-Aktive alter Linkskoalitionen mag das wie eine Drohung klingen, denn Höft hat die einst für ihre zum Teil radikalen Kapriolen berüchtigte Studentenvertretung umgekrempelt: "Der AStA war vor einem Jahr ein struktureller und politischer Schrotthaufen", sagt der Jura-Student. Und ist sich seiner drastischen Wortwahl bewusst. Höft erinnert an die Feuer, die von "schlechten Verlierern" in der Nacht des Machtwechsels am AStA-Eingang entzündet wurden, an die "vollgemüllte Flure und Zimmer, deren Renovierung ein Jahr gedauert hat". Und er beklagt das damals vorgefundene "Finanz- und Organisationschaos": "Auf Buchführung hatten unsere Vorgänger leider verzichtet, niemand wusste, wie viel Geld noch in der Kasse war."

Dabei sind es keine Kleckerbeträge, die der AStA im Sinne der Studenten ausgeben darf und soll. Auf 620 000 Euro beläuft sich der Jahres-Etat. Alle eingeschriebenen Studenten finanzieren ihn als Mitglieder der Verfassten Studierendenschaft mit einem Pflichtbeitrag. Lange Zeit war es Usus, dass ASten das Geld auch für allgemeinpolitische Aktionen ausgaben (z. B. Hilfe für Nicaragua, Anti-Atom-Intiativen). Die Neuen konzentrierten sich nun ausschließlich auf Hochschulpolitik und bauten das Service- und Beratungsangebot aus. "Nachdem wir aufgeräumt hatten, haben sich hier auch mal Leute hereingetraut", sagt Höfts Stellvertreterin Julia Trede (23, BWL).

Pragmatismus statt Ideologie heißt das Motto, das auch optisch sichtbar werden soll: Alle Wände wurden weiß getüncht, der Vorstand hat ein Büro mit Sekretariat. Diese kleine Kulturrevolution war nach 1968 über Jahrzehnte undenkbar, der AStA galt als uneinnehmbare Festung linker Gruppen. Der Wechsel gelang mit der Gründung von Fachschaftsgruppen wie der Jura-, der Geisteswissenschafts- oder der BWLer-Liste, die aus dem Stand gute Wahlergebnisse erzielten und gemeinsam mit Jusos und Liberalen die größte Koalition bildeten, die es im AStA je gab.

Man sieht sich nicht mehr als Fundamentalopposition, sondern als Teil des Uni-Establishments. Lob des Mäzens Helmut Greve wird mit Stolz entgegengenommen, die neue Uni-Präsidentin Monika Auweter-Kurtz, manchen als "Raketenforscherin" verdächtig, herzlich empfangen. Als Christian Höft im feinen Zwirn bei Auweters feierlicher Amtseinführung eine Rede hielt, riefen Störer denn auch Sprechchöre wie "Streber!" oder: "Da spricht der nächste Bürgermeister".

Dabei steht der AStA dem Wissenschaftssenator Jörg Dräger (parteilos) kritisch gegenüber. Zwar gibt es regelmäßige Treffen, aber nach Ansicht von Hönisch hat Dräger auf zentralen Feldern den falschen Weg eingeschlagen: "Die Einführung der Studiengebühren ist fatal und schreckt ärmere Studenten von einer Hochschulausbildung ab." Dräger habe "nicht begriffen, welchen Wert die Uni darstelle": "Statt die fünftgrößte Hochschule Deutschlands weiter nach vorne zu bringen, hat er sich lieber um kleine Neugründungen wie die Media School oder die HafenCity-Universität gekümmert." Indes drohe an der Universität eine "Verflachung der Ausbildung", da "längst nicht genug" Geld zur Verfügung stehe, um ausreichend Plätze in aufbauenden Masterstudiengängen anzubieten: "Gute Professoren werden sich wegbewerben, Anfänger einen Bogen um Hamburg machen", prophezeit Hönisch. "Wenn Dräger dieses Problem nicht in den Griff kriegt, wäre das ein Offenbarungseid. Ihm bliebe nur der Rücktritt."

Ihre Studiengebühr von 500 Euro wollen die AStA-Mitglieder übrigens nicht bezahlen: "Wir werden bewusst Härtefallanträge stellen."
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